Caren Baesch

Alternative Bestattungen Individuelle Abschiednahmen Trauerbegleitung

Aktuelles

02.04.2019

Death Café – Was soll denn mal aus mir werden?

Wann: 22.05.2019, 19:00 – 21:00 Uhr

Wo: Bochum, Raum 9,  Griesenbruchstraße 9

Psst, übers Sterben spricht man nicht!
Wir machen das trotzdem. Im ersten Death Café im Raum 9!

Die Auseinandersetzung mit dem Sterben macht vielen Angst. Was nach dem Tod kommt – will ich da echt jetzt schon drüber nachdenken?

© 2019 Caren Baesch

Alternative Bestattungen

Immer mehr Menschen wünschen sich eine alternative Bestattung. So individuell ein Leben gelebt wurde, so individuell kann auch der Abschied von der irdischen Existenz gestaltet werden.
Auch die Hinterbliebenen möchten sich heutzutage nicht immer mit traditionellen Riten von einem geliebten Menschen verabschieden. Sie wünschen sich stattdessen von Anfang an einbezogen zu werden sowie eine individuelle Zeremonie, die die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegelt.
 
Das ist möglich!
 

Nach meinem Verständnis hat sich mit dem Tod der Lebenskreis geschlossen. Leider ist der Tod immer noch ein Tabu-Thema in unserer modernen Gesellschaft. Dabei gehört der Tod zu einem gelungenen Leben dazu. Früher war man sich dessen viel bewusster: Das eigene Totenhemd wurde im Schrank aufbewahrt und erinnerte an die eigene Sterblichkeit. Vergänglichkeit und Endlichkeiten wurden nicht verdrängt, verloren dadurch ihren Schrecken und wurden zu einem ganz natürlichen Teil des Lebens.

Dennoch müssen die Hinterbliebenen mit dem Tod eines geliebten Menschen Abschied nehmen, was den meisten Menschen sehr schwer fällt. Eine Trauerfeier, aber auch der Prozess davor und danach hilft, den Tod zu verarbeiten. Dieses Ritual ist so alt wie die Menschheit und für die Zurückbleibenden so wichtig wie heilsam. 

Im Mittelpunkt einer individuellen Trauerfeier steht der Verstorbene. Sein Leben, seine Persönlichkeit, seine Stärken aber auch seine Schwächen. Diese Abschiedsfeier ist gelungen, wenn alle das Gefühl haben, er oder sie ist mitten unter uns.

Ich selbst durfte erleben, wie gut es tut, wenn man als Hinterbliebener diesen Abschied auf persönliche Weise mitgestalten darf. Als meine kinderlose Tante, die viel Zeit mit ihren geliebten Reisen verbrachte, starb, durfte ich ihr den Koffer packen. Ich spürte dabei eine innere Ruhe und Zufriedenheit, denn in diesem Tun fühlte ich mich ihr sehr verbunden und nah. Auf der Trauerfeier legte ich alle Dinge, die ihr am Herzen lagen, in einen Koffer und gab ihn ihr mit auf ihre letzte Reise. So hatten wir alle das Gefühl, dass meine Tante ein letztes Mal mitten unter uns war.

Den meisten An- und Zugehörigen hilft es ebenfalls, wenn sie die Trauerfeier aktiv mitgestalten und begleiten dürfen. Wenn sie in Abläufe und Prozesse einbezogen werden, den Verstorbenen waschen und anziehen dürfen. Etwas tun können, eigene Ideen einbringen dürfen und mitgestalten können. Für die Trauernden bedeutet das Halt in einer schwierigen Zeit und die Planung bringt die Menschen dazu, über das Leben des Verstorbenen und die Beziehung zu ihm nachzudenken. So kann es für Zurückbleibende vielleicht sogar hilfreich sein, mit dem Verlust umzugehen.

Nach der Trauerfeier hält ein regelmäßiges Gedenken an den Verstorbenen die Erinnerung wach und heilt die Wunden der Hinterbliebenen. In meinen Trauergruppen für junge Erwachsene treffen sich Menschen, die sich gemeinsam an ihre Verstorbenen erinnern, über sie sprechen, aber auch deren Lieblingsspeisen kochen und essen. Nicht selten muss man dafür über seinen Schatten springen und Ängste überwinden. Aber dafür sind Kraft und Energie der Lohn für so viel Offenheit fremden Menschen gegenüber.

Caren Baesch

Trauerzentrierte Fachberatung nach den Richtlinien des Bundesverbandes Trauerbegleitung e. V.,

LAVIA Institut für Familientrauerbegleitung

Leiterin der Jugendtrauergruppe Essen und freie Referentin. Seit 2014 freiberuflich tätig.